Kalender 5 Minuten
Kalender Aktualisiert:26. Mar 2025

Was bedeutet Selbstreflexion?

Laut Definition bedeutet Selbstreflexion die Reflexion über die eigene Person. Das heißt, dass Du Deine Gedanken, Dein Handeln, Deine Gefühle und Deine Werte genauer analysierst und gegebenenfalls veränderst. Es hilft zum Beispiel dabei, alte Muster zu erkennen und zu durchbrechen, sich für Neues zu öffnen, Emotionen einzuordnen und das eigene Handeln mit den wahren Bedürfnissen abzugleichen. Durch Selbstreflexion kannst Du Lösungen für Probleme finden, deren Ursachen besser verstehen und Dein Verhalten in bestimmten Situationen überdenken.

 

Warum ist Selbstreflexion so schwer?

Manchen Menschen fällt Selbstreflexion ganz leicht, andere hingegen tun sich schwer damit, das eigene Verhalten und die eigene Einstellung zu hinterfragen und aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Sich selbst reflektieren heißt, sich Fehler einzugestehen. Auf der anderen Seite bedeutet es jedoch auch, die eigenen Stärken zu erkennen. Das fällt vor allem Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl schwer, die sich selbst aufgrund der Prägung durch negative Glaubenssätze kleinreden und sich keine Erfolge zugestehen wollen. Übermäßige Selbstzweifel hindern uns jedoch daran, uns frei zu entfalten und ein glückliches Leben zu führen.

 

Warum habe ich ein negatives Selbstbild von mir?

Viele Menschen haben ein viel zu negatives Selbstbild von sich, reden sich klein und trauen sich nichts zu. Werden sie von anderen gelobt, spielen sie ihre Leistung herunter und denken sofort „Aber andere sind doch viel besser“. Komplimente können sie nur schwer annehmen, weil sie ihre Selbstliebe verloren haben. „Ich kann nichts“, „Ich bin nichts wert“, „Ich schaffe das nicht“ – wer immer wieder den inneren Kritiker in sich hört, blockiert sich damit selbst.

Dahinter stecken meist negative Glaubenssätze, die wir oft schon im Kindesalter immer wieder gesagt bekommen haben. Diese Unwahrheiten können sich tief in uns einprägen und unser gesamtes Handeln und Denken beeinflussen. Denn wer immer wieder von Außenstehenden, oft sogar den engsten Bezugspersonen wie den Eltern, gesagt bekommt, er sei nichts wert, glaubt es irgendwann selbst. Daraus können sogar Depressionen oder andere Erkrankungen entstehen. Dieses negative Selbstbild lässt sich jedoch in ein positives verwandeln, ebenso Selbstzweifel in Selbstvertrauen.  
 
 

Warum ist es wichtig, sich selbst zu reflektieren?

Wer sich, sein Handeln, Denken und Fühlen, selbst reflektiert, kann daran wachsen und sich weiterentwickeln. Wer sich bisher wenig zugetraut hat, kann durch ein Reflektieren der eigenen Stärken neues Selbstvertrauen gewinnen. Wer zu engstirnig an festgefahrenen Mustern festhält, kann durch Selbstreflexion neue Perspektiven erkennen. Wer es bisher immer allen anderen rechtmachen wollte und nie Grenzen gesetzt hat, erkennt dadurch die eigenen Bedürfnisse und Wünsche.

Viele Menschen haben ein völlig verzerrtes Bild von sich selbst und stehen sich damit selbst im Weg. Würden sie sich durch die Augen eines Außenstehenden betrachten, würden sie ihre eigenen Stärken erkennen und zu schätzen wissen.
Ein negatives Selbstbild hält Dich in der Unzufriedenheit gefangen, dabei könntest Du mehr Erfüllung und Zufriedenheit erlangen, wenn Du Dich nur mit liebevolleren Augen sehen würdest.

 

Wie kann man sich selber reflektieren?

Sich selbst zu reflektieren bedeutet, über sich und sein Verhalten nachzudenken und offen für Veränderungen zu sein. Allerdings bedeutet das nicht, dass Du in Grübeleien verfallen sollst. Übermäßiges Wälzen von Problemen, das Dir schlaflose Nächte bereitet, ist das andere Extrem und zieht Dich noch weiter in die Negativität. Konzentriere Dich nicht nur auf Fehler, die Du vielleicht gemacht hast. Zwar ist es wichtig, einen Fehler zugeben zu können. Doch es gibt auch so viel Positives in Deinem Leben, dem Du mehr Aufmerksamkeit schenken solltest. 

 

Diese Tipps und Methoden helfen Dir, ein positiveres Selbstbild aufzubauen


1. Hinterfrage Dich

Bei der Selbstreflexion hinterfragst Du Dich und versuchst Dich besser kennen zu lernen. Mögliche Fragen können sein: Wer bist Du wirklich? Welche Werte vertrittst Du? Was ist Dir wichtig im Leben? Was würdest Du gerne tun? Was sind Deine Träume und Wünsche? Was hindert Dich daran, sie umzusetzen? Warum reagierst Du in bestimmten Situationen immer gleich? Wie könntest Du das ändern? Warum kannst Du mit Lob so schwer umgehen? Warum bist Du nie mit Dir zufrieden? Jeder Mensch hat seine eigenen Fragestellungen, auf die Du bei der Selbstreflexion Antworten finden kannst.
 

2. Führe ein Tagebuch

In einem Tagebuch hältst Du Deine Gedanken und Gefühle fest. Zum einen schreibst Du sie Dir dadurch von der Seele und verfällst nicht in Grübeleien. Zum anderen kannst Du immer wieder zurückblättern und reflektieren: Was fühlst Du heute? Was würdest Du mit ein bisschen Abstand anders machen? Genauso notierst Du alles Positive. Mit der Zeit erkennst Du dadurch Deine Stärken und kannst Erfolge als Deinen Verdienst akzeptieren.
 

3. Vergleiche Dich nicht mit anderen

Selbstreflexion bedeutet nicht, Dich ständig mit anderen zu vergleichen. Lerne dafür lieber Deine Stärken und Schwächen zu lieben. Du bist einzigartig, und Du bist gut wie Du bist. Jeder Mensch hat seine Schwächen, und manchmal machen Dich genau diese so liebenswert.


4. Reduziere Deine Selbstzweifel

Selbstzweifel sind nicht grundsätzlich verkehrt, denn sie helfen uns, unsere Fähigkeiten einzuschätzen, Fehler zu erkennen und neue Herausforderungen abzuwägen. Sie sollten Dich jedoch nie daran hindern, Dich selbst zu verwirklichen und Deine Ziele zu verfolgen. Deshalb baue Deine Selbstzweifel ab und fasse mehr Selbstvertrauen. Das geht natürlich nicht ganz so einfach wie es klingt, denn oft wurde Dein Selbstwert in der Vergangenheit stark herabgesetzt. Doch das Gute ist: Durch Selbstreflexion kannst Du einen Realitätscheck machen und Deine Einstellung zu Dir verändern.


5. Übe Achtsamkeit

Durch Achtsamkeitsübungen verbindest Du Dich wieder mit Deinen wahren Bedürfnissen und lernst Dich, Deine Gefühle und Gedanken besser wahrzunehmen. Nimm Dir regelmäßig ein paar Minuten dafür Zeit, vielleicht morgens nach dem Aufwachen, beim Spazierengehen oder abends vor dem Einschlafen. Bewerte nicht, sondern spüre einfach in den Moment hinein.


6. Traue Dir mehr zu

Bringe Deinen inneren Kritiker zum Schweigen und traue Dir mehr zu. Das Schlimmste, was Dir passieren kann, ist zu scheitern. Doch das ist weit weniger schlimm, als es gar nicht erst zu versuchen. Nur so kannst Du neue Erfahrungen sammeln und daran wachsen. Meldet sich das nächste Mal diese innere Stimme, die Dir einreden will „Du kannst das nicht“, dann hinterfrage: Wer sagt das denn? Und woher will Dein innerer Kritiker das denn wissen, wenn Du es noch gar nicht versucht hast? Beweise ihm doch einfach das Gegenteil.


Manchmal sitzen Selbstzweifel sehr tief und halten Dich in einem negativen Selbstbild fest. Dann können Coachings oder eine Psychotherapie eine Lösung sein. Dabei wirst Du Schritt für Schritt auf dem Weg zu mehr Selbstvertrauen und einem positiven Selbstbild begleitet.